Hallo zusammen,
wir (m 29 und w 29) träumen zurzeit (wie so viele) davon ein Haus zu bauen und sind daher auf der Suche nach Ratschlägen im Netz von Menschen, die vom Bauen mehr Ahnung haben, als wir :biggthumpup:
Ein paar Infos zu uns:
- beide Lehrer (verbeamtet) in Vollzeit
- knapp 6250€ netto
- derzeit wohnen wir in Miete (700€ kalt)
- bisher kinderlos, wir wünschen uns aber innerhalb der nächsten 5 Jahre 2 Kinder
- keine offenen Kredite
- bisher knapp 20.000€ Eigenkapital (monatlich um 2500€ steigend)
Nach längerer Suche haben wir nun endlich ein passendes Grundstück gefunden und für ebendieses bis zum 30.06. eine Option bekommen.
Grundstück und Haus
- Das Grundstück kostet inkl. Erwerbsnebenkosten 165.000€
- Es handelt sich um ein Hanggrundstück (11m Höhendifferenz auf knapp 30 Meter - erst 3m ansteigend auf 3 Meter, dann ca. 10 Meter eben (in den 60ern vom Nachbar (mittlerweile verstorben) begradigt), dann wieder steigend)
- Südhanglage, traumhafte Aussicht über die Stadt bis weit ins Tal
- hinter dem Haus FFH-Gebiet (große Wiesenfläche), danach so weit das Auge reicht nur Wald
- Wir würden gerne ein EFH mit rund 170m² (EG 100m², OG 70m²) + Keller bauen.
- (laienhafte) Grundrisse kann ich hochladen
- die Doppelgarage soll in den Hang gebaut werden, darauf der Keller (Zugang über die Garage), darauf das EG und das OG (siehe Bild)
ANMERKUNG: Die beiden angehängten Bilder zeigen ein Haus, das wir uns vom Prinzip her so vorstellen, aber nicht 1 zu 1..
Kosten
Wir haben bisher mit zwei Architekten Gespräche geführt.
Der erste Architekt baut drei Grundstücke nebendran (ist eine Baulücke von 4 Grundstücken in einem Baugebiet aus den 60ern).
Er baut in Split-Level-Bauweise mit Auffahrt (Garage 2m höher gesetzt) und sprach von geplanten Kosten von 600.000€.
Der zweite Architekt wurde uns von der Gemeinde selbst empfohlen. Er hat bei dem ersten und zweiten Grundstück nebenan ein Mehrparteienhaus geplant, das sozusagen jederzeit hätte gebaut werden können. Allerdings hat der Investor keine Abnehmer gefunden, somit das Projekt einstellen müssen und versucht derzeit die Grundstücke wieder zu verkaufen. D.h. also, dass dieser Architekt (übrigens 70 jahre) die Gegebenheiten vor Ort sehr gut kennt (hat ein Baugrundgutachten - die Baugrube nebenan wurde letzte Woche fertig gestellt). In einem ersten ersten Gespräch meinte der Architekt, er fände unsere Ideen gut, müssten uns (vor allem mit Hinblick aufs Alter) über die vielen Treppenstufen (knapp 40 bis ins EG) einig sein. Von den Kosten her rechnet dieser Architekt mit 700.000€ KOMPLETT. Sprich, wir könnten dann die Möbel reinstellen.
Genauer wissen wir es erst, wenn wir Geld in die Hand nehmen und einen Entwurf zeichnen lassen (5000€ sagte er).
Nun denken wir über die Möglichkeit des "kostensparenderen Bauens" nach. Wir lassen uns das intensiv durch den Kopf gehen (Größe Garage, Keller(größe), Haus- bzw. Raumgröße(n)) und möchten das beim Architekt zur Sprache bringen. Lirum larum.. Stand jetzt 700.000€.
Kreditkonditionen
Wir waren bei der Bank: Diese bietet uns 700.000€ für 1,85% eff. Jahreszins und 2% Tilgung auf 20 Jahre fest und eine Sondertilgungsmöglichkeit von 5% der Kreditsumme pro Jahr. Macht eine monatliche Rate von 2.250€ und (geht man von nicht einer einzigen Sondertilgung aus) eine Restschuld nach 20 Jahren (dann sind wir 50 Jahre) von 360.000€. Das wäre viel zu viel...
Haushaltsplan / Lebensstandard
Im Hinblick auf die Finanzierung habe ich mit zwei Gehältern und Kindergeld, also knapp 7000€ (verheiratet und zwei Kinder) gerechnet (siehe Anhang):
- PKV wurde um den Kinderbeitrag ergänzt (das Ergebnis der Berechnung kam heute per Anruf: ca. 30-40€ pro Kind) Ich rechne also insg. mit 80€.
- Absicherung gegen Unfälle von innen und außen (eingeschränkte und totale Dienstunfähigkeit, sowie Tod)
- 1800€ im Jahr für Urlaube
- 2400€ im Jahr für Reparaturen, TÜV und Co.
- 700€ pro Monat für Essen, Trinken + Drogerie
- 1200€ Geld für Geschenke pro Jahr
- 300€ Taschengeld pro Monat für uns beide
- 700€ Betreuungskosten für beide Kinder (Kosten der Beitragstabelle der Gemeinde entnommen)
- 200€ pauschal für Kleidung und Co. (variiert sicherlich je nachdem was anfällt)
etc. etc.
Es bleiben knapp 650€ pro Monat übrig für die Finanzierung von 2 Autos, dies oder das... oder eben als Sparrate
Rechnen wir ohne Kindergeld (denn eine Streichung ist ja theoretisch möglich), bleiben fast 400€ weniger.
AUCH: Wir planen derzeit, dass die bessere Hälfte 1 Jahr zu Hause bleibt, dann wieder voll arbeiten geht und dann erneut 1 Jahr zu Hause bleibt... dieser Lohnausfall (der unter Umständen noch länger sein kann) will natürlich kompensiert werden...
Jetzt geht das große Rechnen los..
Was wird das "neue" Auto kosten? 5.000€ 15.000€?
Was kosten Kinder tatsächlich (vor allem wenn sie in die Grundschule kommen)? Neues Fahrrad, Taschengeld, Schullandheime etc. etc.
Aber: Wegfall der Betreuungskosten mit dem Besuch der Grundschule bzw. ein Jahr vorher = + 700€ mehr..
Wegfall der Monatsrate eines Kredits nach 10 Jahren = + 354€ mehr?
Vielleicht doch mit Steuerrückvergütung rechnen =+ 4000€ pro Jahr mehr?
Vielleicht doch mit der nächsten Grundgehaltsstufe rechnen =+ x€?
Vielleicht doch mit Besoldungsrunden rechnen =+ x€?
....
Und viel viel ABER
1. Voraussetzung sind die 700.000€
--> ABER: dadurch dass die Gesamtkosten nicht so richtig überschaubar sind, macht es die Entscheidung so schwer. Zumal wir wie geschrieben zurzeit nur schwer an genauere Zahlen rankommen...
2. Wenn ein behindertes Kind zur Welt gebracht, oder ein gesundes zu einem solchen wird, haben wir ein Problem...
3. Mit jedem (halben) Jahr mehr, in dem Mama zu Hause bleibt, wird es teurer..
Unser Fazit - Stand jetzt
Wenn ich das jetzt alles ohne Kindergeld und ohne Steuerrückvergütung und ohne Lohnsteigerungen durchspiele sage ich:
Das wäre viel zu riskant.. die Gefahr verkaufen zu müssen ist zu groß..
Wenn ich das mit Kindergeld, Steuerrückvergütung und Lohnsteigerungen durchrechne meine ich:
Das könnte (gut) klappen.. muss aber nicht..
Heute Abend sind viele viele Tränen geflossen, da ich der besseren Hälfte gesagt habe, dass ich das Bauvorhaben für zu riskant halte.
Ich bin echt ratlos.. vielleicht übersehe ich ja etwas.. vielleicht sehe ich es auch grundsätzlich vollkommen falsch...
Ich habe mich auch schon im Netz auf die Suche nach Meinungen gemacht, bin jetzt auf euer Forum gestoßen und glaube nach einigem Lesen hier, dass der ein oder andere das bestimmt besser bewerten kann als ich zurzeit..
PS: ich gebe offen und ehrlich zu... wir klammern im Moment.. es ist das perfekte Grundstück.. der Zins ist niedrig und wir wollen in diesem Ort wohnen. Es wird in den nächsten Jahren kein anderes vergleichbares Grundstück erschlossen. Südhang ist komplett bebaut. Im Nachbarort sprechen wir von m² von mindestens 350€ plus. Andere Orte kommen für uns als potentielle Heimat nicht in Frage. Entweder dort oder nirgendwo. Begraben wir dieses Bauvorhaben, begraben wir jedes weitere für uns. Dann bliebe nur die Variante Kauf im Ort oder nebenan für weniger Geld. Wann das aber wäre weiß nur Gott.. wenns schlecht läuft gar nicht, oder im Hinblick auf die Zins- und Altersentwicklung zu spät. Ähnlich würde für die Variante "Jetzt Grundstück kaufen - 2 bis 3 Jahre sparen und dann bauen" gelten (Nach spätestens 3 Jahren soll laut Gemeinde gebaut werden)...
Vielen vielen Dank fürs Lesen..
Viele Grüße!
wir (m 29 und w 29) träumen zurzeit (wie so viele) davon ein Haus zu bauen und sind daher auf der Suche nach Ratschlägen im Netz von Menschen, die vom Bauen mehr Ahnung haben, als wir :biggthumpup:
Ein paar Infos zu uns:
- beide Lehrer (verbeamtet) in Vollzeit
- knapp 6250€ netto
- derzeit wohnen wir in Miete (700€ kalt)
- bisher kinderlos, wir wünschen uns aber innerhalb der nächsten 5 Jahre 2 Kinder
- keine offenen Kredite
- bisher knapp 20.000€ Eigenkapital (monatlich um 2500€ steigend)
Nach längerer Suche haben wir nun endlich ein passendes Grundstück gefunden und für ebendieses bis zum 30.06. eine Option bekommen.
Grundstück und Haus
- Das Grundstück kostet inkl. Erwerbsnebenkosten 165.000€
- Es handelt sich um ein Hanggrundstück (11m Höhendifferenz auf knapp 30 Meter - erst 3m ansteigend auf 3 Meter, dann ca. 10 Meter eben (in den 60ern vom Nachbar (mittlerweile verstorben) begradigt), dann wieder steigend)
- Südhanglage, traumhafte Aussicht über die Stadt bis weit ins Tal
- hinter dem Haus FFH-Gebiet (große Wiesenfläche), danach so weit das Auge reicht nur Wald
- Wir würden gerne ein EFH mit rund 170m² (EG 100m², OG 70m²) + Keller bauen.
- (laienhafte) Grundrisse kann ich hochladen
- die Doppelgarage soll in den Hang gebaut werden, darauf der Keller (Zugang über die Garage), darauf das EG und das OG (siehe Bild)
ANMERKUNG: Die beiden angehängten Bilder zeigen ein Haus, das wir uns vom Prinzip her so vorstellen, aber nicht 1 zu 1..
Kosten
Wir haben bisher mit zwei Architekten Gespräche geführt.
Der erste Architekt baut drei Grundstücke nebendran (ist eine Baulücke von 4 Grundstücken in einem Baugebiet aus den 60ern).
Er baut in Split-Level-Bauweise mit Auffahrt (Garage 2m höher gesetzt) und sprach von geplanten Kosten von 600.000€.
Der zweite Architekt wurde uns von der Gemeinde selbst empfohlen. Er hat bei dem ersten und zweiten Grundstück nebenan ein Mehrparteienhaus geplant, das sozusagen jederzeit hätte gebaut werden können. Allerdings hat der Investor keine Abnehmer gefunden, somit das Projekt einstellen müssen und versucht derzeit die Grundstücke wieder zu verkaufen. D.h. also, dass dieser Architekt (übrigens 70 jahre) die Gegebenheiten vor Ort sehr gut kennt (hat ein Baugrundgutachten - die Baugrube nebenan wurde letzte Woche fertig gestellt). In einem ersten ersten Gespräch meinte der Architekt, er fände unsere Ideen gut, müssten uns (vor allem mit Hinblick aufs Alter) über die vielen Treppenstufen (knapp 40 bis ins EG) einig sein. Von den Kosten her rechnet dieser Architekt mit 700.000€ KOMPLETT. Sprich, wir könnten dann die Möbel reinstellen.
Genauer wissen wir es erst, wenn wir Geld in die Hand nehmen und einen Entwurf zeichnen lassen (5000€ sagte er).
Nun denken wir über die Möglichkeit des "kostensparenderen Bauens" nach. Wir lassen uns das intensiv durch den Kopf gehen (Größe Garage, Keller(größe), Haus- bzw. Raumgröße(n)) und möchten das beim Architekt zur Sprache bringen. Lirum larum.. Stand jetzt 700.000€.
Kreditkonditionen
Wir waren bei der Bank: Diese bietet uns 700.000€ für 1,85% eff. Jahreszins und 2% Tilgung auf 20 Jahre fest und eine Sondertilgungsmöglichkeit von 5% der Kreditsumme pro Jahr. Macht eine monatliche Rate von 2.250€ und (geht man von nicht einer einzigen Sondertilgung aus) eine Restschuld nach 20 Jahren (dann sind wir 50 Jahre) von 360.000€. Das wäre viel zu viel...
Haushaltsplan / Lebensstandard
Im Hinblick auf die Finanzierung habe ich mit zwei Gehältern und Kindergeld, also knapp 7000€ (verheiratet und zwei Kinder) gerechnet (siehe Anhang):
- PKV wurde um den Kinderbeitrag ergänzt (das Ergebnis der Berechnung kam heute per Anruf: ca. 30-40€ pro Kind) Ich rechne also insg. mit 80€.
- Absicherung gegen Unfälle von innen und außen (eingeschränkte und totale Dienstunfähigkeit, sowie Tod)
- 1800€ im Jahr für Urlaube
- 2400€ im Jahr für Reparaturen, TÜV und Co.
- 700€ pro Monat für Essen, Trinken + Drogerie
- 1200€ Geld für Geschenke pro Jahr
- 300€ Taschengeld pro Monat für uns beide
- 700€ Betreuungskosten für beide Kinder (Kosten der Beitragstabelle der Gemeinde entnommen)
- 200€ pauschal für Kleidung und Co. (variiert sicherlich je nachdem was anfällt)
etc. etc.
Es bleiben knapp 650€ pro Monat übrig für die Finanzierung von 2 Autos, dies oder das... oder eben als Sparrate
Rechnen wir ohne Kindergeld (denn eine Streichung ist ja theoretisch möglich), bleiben fast 400€ weniger.
AUCH: Wir planen derzeit, dass die bessere Hälfte 1 Jahr zu Hause bleibt, dann wieder voll arbeiten geht und dann erneut 1 Jahr zu Hause bleibt... dieser Lohnausfall (der unter Umständen noch länger sein kann) will natürlich kompensiert werden...
Jetzt geht das große Rechnen los..
Was wird das "neue" Auto kosten? 5.000€ 15.000€?
Was kosten Kinder tatsächlich (vor allem wenn sie in die Grundschule kommen)? Neues Fahrrad, Taschengeld, Schullandheime etc. etc.
Aber: Wegfall der Betreuungskosten mit dem Besuch der Grundschule bzw. ein Jahr vorher = + 700€ mehr..
Wegfall der Monatsrate eines Kredits nach 10 Jahren = + 354€ mehr?
Vielleicht doch mit Steuerrückvergütung rechnen =+ 4000€ pro Jahr mehr?
Vielleicht doch mit der nächsten Grundgehaltsstufe rechnen =+ x€?
Vielleicht doch mit Besoldungsrunden rechnen =+ x€?
....
Und viel viel ABER
1. Voraussetzung sind die 700.000€
--> ABER: dadurch dass die Gesamtkosten nicht so richtig überschaubar sind, macht es die Entscheidung so schwer. Zumal wir wie geschrieben zurzeit nur schwer an genauere Zahlen rankommen...
2. Wenn ein behindertes Kind zur Welt gebracht, oder ein gesundes zu einem solchen wird, haben wir ein Problem...
3. Mit jedem (halben) Jahr mehr, in dem Mama zu Hause bleibt, wird es teurer..
Unser Fazit - Stand jetzt
Wenn ich das jetzt alles ohne Kindergeld und ohne Steuerrückvergütung und ohne Lohnsteigerungen durchspiele sage ich:
Das wäre viel zu riskant.. die Gefahr verkaufen zu müssen ist zu groß..
Wenn ich das mit Kindergeld, Steuerrückvergütung und Lohnsteigerungen durchrechne meine ich:
Das könnte (gut) klappen.. muss aber nicht..
Heute Abend sind viele viele Tränen geflossen, da ich der besseren Hälfte gesagt habe, dass ich das Bauvorhaben für zu riskant halte.
Ich bin echt ratlos.. vielleicht übersehe ich ja etwas.. vielleicht sehe ich es auch grundsätzlich vollkommen falsch...
Ich habe mich auch schon im Netz auf die Suche nach Meinungen gemacht, bin jetzt auf euer Forum gestoßen und glaube nach einigem Lesen hier, dass der ein oder andere das bestimmt besser bewerten kann als ich zurzeit..
PS: ich gebe offen und ehrlich zu... wir klammern im Moment.. es ist das perfekte Grundstück.. der Zins ist niedrig und wir wollen in diesem Ort wohnen. Es wird in den nächsten Jahren kein anderes vergleichbares Grundstück erschlossen. Südhang ist komplett bebaut. Im Nachbarort sprechen wir von m² von mindestens 350€ plus. Andere Orte kommen für uns als potentielle Heimat nicht in Frage. Entweder dort oder nirgendwo. Begraben wir dieses Bauvorhaben, begraben wir jedes weitere für uns. Dann bliebe nur die Variante Kauf im Ort oder nebenan für weniger Geld. Wann das aber wäre weiß nur Gott.. wenns schlecht läuft gar nicht, oder im Hinblick auf die Zins- und Altersentwicklung zu spät. Ähnlich würde für die Variante "Jetzt Grundstück kaufen - 2 bis 3 Jahre sparen und dann bauen" gelten (Nach spätestens 3 Jahren soll laut Gemeinde gebaut werden)...
Vielen vielen Dank fürs Lesen..
Viele Grüße!
Baufinanzierung - zwischen Glaube und Zweifel
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