Hallo Experten!
Ich bin gerade dabei ein EFH zu erwerben und plane gemeinsam mit meiner Architektin die energetische Sanierung. Zu einigen Themen würde ich mich über eine zweite Meinung freuen.
Rohdaten vorab: Einfamilienhaus, BJ 1967, Stampfbetonkeller, 30er KS-Steine im EG und OG, 223qm Wohnfläche (EG+OG) + 190qm Keller
Der Keller hat leichte Feuchteschäden, ist jedoch überwiegend trocken. Konstruktiv sind leider einige erhebliche Wärmebrücken im Keller (Luftschächte, Außentreppe) sowie im oberen Bereich vorhanden (Betonüberdachung Carport, Garage an Außenwand, 9m langer Betonbalkon).
Folgende Maßnahmen sind geplant:
- Außenwände: Mineralwolle WLG 32 160mm, verputzt - innen Wandheizung mit 30mm Lehmunterputz und 5mm Lehmoberputz (u-Wert = 0,178)
- Dach: Aktuell noch ungewiss, da bisher nicht geöffnet, vermutlich Ergänzung um weitere Dämmung und Dampfsperre (u-Wert = 0,15)
- Fenster: Erneuerung auf 3-fach Verglasung (u-Wert = 0,76)
- Boden: Isolierung der Kellerdecke von unten mit 160mm Multipor (u-Wert = 0,233)
- Keller: Sanierputz
Durch den KS-Stein muss ich die Dämmung diffusionsoffen ausführen, insofern fällt alles dichtere raus und ich bin auch ganz froh, keine brennbaren Materialien auf der Fassade kleben zu haben. Leider erreiche ich so auf Grund der Wärmebrückenpauschale nur KfW85.
Auf Grund der Schäden im Kellerbereich überlege ich nun, ob ich diesen nicht komplett dämme und saniere. Das würde auch die Wohnfläche erheblich erhöhen, da ich auf einer Gebäudeseite dann direkt eine Böschung anlegen würde. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass das Haus einen offenen Kellerabgang hat, der nicht so einfach abgetrennt werden kann.
Nun zu meinen Fragen:
1) Wie würdet ihr entscheiden? Keller sanieren oder absperren? Architektin meint: beides möglich, aber natürlich mit Mehrkosten verbunden. Letztendlich meine Entscheidung. Ich persönlich habe vor allem Sorge, dass ich mich dann die nächsten 10 Jahre ständig ärgern muss, weil ich irgendwo etwas feuchtes sehe.
2) Ich weiß aktuell nicht genau, ob dort ein Estrich verlegt ist - kann man den im Zweifel einfach drin lassen und oben aufbauen oder müsste der raus?
3) Beim Spielen mit dem u-wert.net - Rechner habe ich folgendes mir nicht wirklich erklärbares Phänomen: Bodenaufbau aus armiertem Beton, PE Folie, Knauf TPD 160mm, Estrich als Heizschicht: ohne Bodenbelag lande ich bei einem Tauwasser von 1,1kg je QM, wenn ich keramische Fliesen hinzufüge reduziert er sich auf 0,36kg. Bin bauphysischer Laie und würde den Unterschied gerne nachvollziehen können?
4) Dazu noch grundsätzlich: Ich habe jetzt oft von Bitumen zur Absperrung von Kellerböden im Innenbereich gelesen. Bin nun kein Ökoaktivist, aber gehört sowas wirklich da rein? Oder gibt es da eine andere Best-Practise?
5) Ganz andere Frage noch: Ich möchte im EG und OG Wandheizungen mit Lehm realisieren. Beim Vergleich zwischen Systemanbietern und Nassverfahren hat mich ein Hersteller darauf hingewiesen, dass die eingesetzte Holzweichfaserplatte für einen extrem hohen Wirkungsgrad in den Innenbereich sorgt - konkret, dass über 90% der Wärme nach innen abgegeben werden. Nach meinem Verständnis kann doch die Platte höchstens als zusätzliche Dämmung fungieren oder täusche ich mich da und an der Sache ist etwas dran?
Vielen Dank schonmal für eure Hilfe! :-)
Ich bin gerade dabei ein EFH zu erwerben und plane gemeinsam mit meiner Architektin die energetische Sanierung. Zu einigen Themen würde ich mich über eine zweite Meinung freuen.
Rohdaten vorab: Einfamilienhaus, BJ 1967, Stampfbetonkeller, 30er KS-Steine im EG und OG, 223qm Wohnfläche (EG+OG) + 190qm Keller
Der Keller hat leichte Feuchteschäden, ist jedoch überwiegend trocken. Konstruktiv sind leider einige erhebliche Wärmebrücken im Keller (Luftschächte, Außentreppe) sowie im oberen Bereich vorhanden (Betonüberdachung Carport, Garage an Außenwand, 9m langer Betonbalkon).
Folgende Maßnahmen sind geplant:
- Außenwände: Mineralwolle WLG 32 160mm, verputzt - innen Wandheizung mit 30mm Lehmunterputz und 5mm Lehmoberputz (u-Wert = 0,178)
- Dach: Aktuell noch ungewiss, da bisher nicht geöffnet, vermutlich Ergänzung um weitere Dämmung und Dampfsperre (u-Wert = 0,15)
- Fenster: Erneuerung auf 3-fach Verglasung (u-Wert = 0,76)
- Boden: Isolierung der Kellerdecke von unten mit 160mm Multipor (u-Wert = 0,233)
- Keller: Sanierputz
Durch den KS-Stein muss ich die Dämmung diffusionsoffen ausführen, insofern fällt alles dichtere raus und ich bin auch ganz froh, keine brennbaren Materialien auf der Fassade kleben zu haben. Leider erreiche ich so auf Grund der Wärmebrückenpauschale nur KfW85.
Auf Grund der Schäden im Kellerbereich überlege ich nun, ob ich diesen nicht komplett dämme und saniere. Das würde auch die Wohnfläche erheblich erhöhen, da ich auf einer Gebäudeseite dann direkt eine Böschung anlegen würde. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass das Haus einen offenen Kellerabgang hat, der nicht so einfach abgetrennt werden kann.
Nun zu meinen Fragen:
1) Wie würdet ihr entscheiden? Keller sanieren oder absperren? Architektin meint: beides möglich, aber natürlich mit Mehrkosten verbunden. Letztendlich meine Entscheidung. Ich persönlich habe vor allem Sorge, dass ich mich dann die nächsten 10 Jahre ständig ärgern muss, weil ich irgendwo etwas feuchtes sehe.
2) Ich weiß aktuell nicht genau, ob dort ein Estrich verlegt ist - kann man den im Zweifel einfach drin lassen und oben aufbauen oder müsste der raus?
3) Beim Spielen mit dem u-wert.net - Rechner habe ich folgendes mir nicht wirklich erklärbares Phänomen: Bodenaufbau aus armiertem Beton, PE Folie, Knauf TPD 160mm, Estrich als Heizschicht: ohne Bodenbelag lande ich bei einem Tauwasser von 1,1kg je QM, wenn ich keramische Fliesen hinzufüge reduziert er sich auf 0,36kg. Bin bauphysischer Laie und würde den Unterschied gerne nachvollziehen können?
4) Dazu noch grundsätzlich: Ich habe jetzt oft von Bitumen zur Absperrung von Kellerböden im Innenbereich gelesen. Bin nun kein Ökoaktivist, aber gehört sowas wirklich da rein? Oder gibt es da eine andere Best-Practise?
5) Ganz andere Frage noch: Ich möchte im EG und OG Wandheizungen mit Lehm realisieren. Beim Vergleich zwischen Systemanbietern und Nassverfahren hat mich ein Hersteller darauf hingewiesen, dass die eingesetzte Holzweichfaserplatte für einen extrem hohen Wirkungsgrad in den Innenbereich sorgt - konkret, dass über 90% der Wärme nach innen abgegeben werden. Nach meinem Verständnis kann doch die Platte höchstens als zusätzliche Dämmung fungieren oder täusche ich mich da und an der Sache ist etwas dran?
Vielen Dank schonmal für eure Hilfe! :-)
Kellerdämmung im EFH (KfW Effizienzhaus-Sanierung)
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